Natur pur: Streuobstwiese in Groß Machnow
Hinter der Grundschule Groß Machnow liegt ein verstecktes Kleinod mit Wildkräutern, Stauden und liebevoll gestalteten Schautafeln. Bänke laden zum Verweilen und Obstbäume zum Naschen ein.
Im Oktober 2022 hat die Rangsdorfer NABU-Gruppe die Pflege der ca. 5.000 m² großen Fläche übernommen. Das Areal war zu diesem Zeitpunkt mit hohen Brennnesseln, Hopfen, Kletten und Schilf bewachsen. Die 15 sehr alten Obstbäume waren weder sichtbar, noch zugänglich.
Seitdem haben einige Mitglieder der Gruppe mehr als 1.000 Stunden anstrengende, schweißtreibende Arbeit geleistet, die nun erlebt und genossen werden kann. Aus dem Boden wurden Unmengen an Glas, Eisen, Betonteilen und Plastik entfernt. Manchmal hatten die Naturschützenden den Eindruck, eine alte Mülldeponie zu rekultivieren. Der übermächtige Brennnessel-Bewuchs wurde von einem großen Teil der Fläche entfernt. An den Rändern bleibt die Wildnis bestehen, denn sie bildet einen wertvollen Lebensraum für viele Tierarten. Die Schaffung von geeignetem Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna ist das Ziel der Anstrengungen.
Die ehrenamtlich Engagierten beobachten, welche Tiere auf der Streuobstwiese leben. Bisher konnten fast 20 Vogelarten verifiziert werden, von denen einige auf der Fläche auch brüten, wie Meise, Star, Kleiber und Zaunkönig. Es gibt sehr viele Schmetterlinge, darunter der seltene Schwalbenschwanz und der Segelfalter. Käfer, Grashüpfer, Libellen und Bienen haben auch den neu gewonnenen Lebensraum für sich entdeckt. Eidechsen, Ringelnatter, Kröten und Maulwurf fühlen sich auf der Wiese wohl.
Um dieses vielfältige Leben zu ermöglichen und weiterzuentwickeln musste neben der Freilegung einer großen Fläche Einiges mehr getan werden. Viele Nistkästen wurden angebracht, ein Sandarium angelegt, eine Trockenmauer, Totholzhecken und Steinhaufen errichtet. Auf einer etwa 50 m² großen Fläche wurde mit der Anpflanzung einer Wildhecke begonnen, um vielfältige Unterschlupf-, Futter- und Brutmöglichkeiten zu schaffen. Ein großes Rundbeet präsentiert 40 verschiedene einheimische Kräuter und Stauden. Der Baumbestand am Rand der Wiese wurde in diesem Jahr mit neun jungen Bäumen erweitert.
„Unsere Aufgabe sehen wir aber hauptsächlich darin, aus der Fläche wieder das zu machen was es einmal war: eine Streuobstwiese“, berichtet Gerald Coburger, Sprecher der NABU-Gruppe. Dazu sei es notwendig, neben der Erhaltung des Altbaumbestandes neue hochstämmige Obstbäume zu pflanzen. Natürlich vorwiegend alte Apfelsorten, Pflaumen- und Kirschbäume. Das Arial soll keine Obstplantage oder Parkanlage werden, sondern ein sinnvolles, naturnahes Refugium für die Tier- und Pflanzenwelt, offen für alle Naturfans und Interessierte.
Die unmittelbare Nähe zu Grundschule und Hort ermöglicht gemeinsame Aktionen, wie Nistkästen zu bauen und aufzuhängen. Die Idee eines grünen Klassenzimmers kann hier realisiert werden, um den Kindern Natur, Naturschutz und Nachhaltigkeit praxisnah zu vermitteln. Der Apfel wächst eben nicht im Supermarktregal, sondern im Garten. Damit er dort wachsen kann, sind unter anderem auch Insekten nötig.
Die NABU-Gruppe will in Zeiten des Klimawandels und des Rückgangs der Artenvielfalt einen Beitrag leisten und damit künftigen Generationen Anregungen zum Naturschutz geben. Für dieses wertvolle Engagement, den unermüdlichen Einsatz und die Wissensvermittlung danken wir der NABU-Gruppe herzlich. Ein Besuch der Streuobstwiese lohnt sich.
gez. Rocher
Bild zur Meldung: Staudenbeet inmitten der Streuobstwiese © Gemeinde Rangsdorf - AL22