Funde aus der Eisenzeit

Vom Gebiet des ehemaligen Kreises Zossen ist eine Vielzahl archäologischer Fundstellen bekannt, von denen aber nur wenige durch Ausgrabungen näher untersucht worden sind. Oft sind diese Plätze nur von Oberflächenfunden bekannt, welche durch den Pflug an das Tageslicht gelangen. Anhand der Verzierung, der Farbe und Zusammensetzung der Scherben kann der Archäologe eine Fundstelle zwar grob datieren, aber wichtige Informationen über den Charakter des Fundplatzes bleiben im Boden verborgen. Zusammesetzung des Topfes Auf einer Fundstelle bei Klein Kienitz waren nach dem Pflügen wiederholt schwarze Verfärbungen bemerkt worden, in denen Knochenreste, Scherben und Steine lagen. Die Vielzahl der Oberflächenfunde sowie das Maß der Bodenerosionen der Hanglage zur Niederung hin ließen vermuten, daß der Fundplatz aus der vorrömischen Eisenzeit (700-100 v.Chr.) fast völlig zerstört sei. Um diese Frage zu kläre, fand vom 09.-11.September 1993 eine Ausgrabung auf einer Fläche von 50 Quadratmetern statt. Nach dem Abtragen der Humusschicht ließen sich mehrere Verfärbungen mit unterschiedlichem Umfang erkennen. Gefäßzeichnung In früheren Zeiten hatten unsere Vorfahren Gruben in den Boden eingetieft, deren humose Füllung sich gut gegen den anstehenden Boden abgrenzt. Ob es sich um Pfostengruben, Vorratsgruben oder eingetiefte Feuer- bzw. Kochstellen handelt, kann man anhand des Querprofiles einer solchen Grube einschätzen. Überraschend war die Tiefe der meisten Gruben, die bis zu 80 cm unter die Pflugschicht reichen, und deren senkrechte Wände und waagerechte Sohle auf Holzversteifungen schließen lassen. Alle Gruben enthielten Tonscherben und Knochen, einige auch Steine, Holzkohle oder Eisenschlacke. Der schöne Fund war die Entdeckung einer Herdstelle, aus der neben Steinen und Knochen ein plattgedrücktes Gefäß geborgen werden konnte. Die Funde von Klein Kienitz gestatten eine gute Einsicht in die Lebensweise der Menschen, die vor über 2000 Jahren an diesem Platz wohnten und deren Wirtschaft auf Ackerbau und Viehzucht ausgerichtet war. Siedlungsplan Die aufgefundenen Knochen – vorwiegend von Pferd, Rind und Schwein sind Indizie für die Tierhaltung. Aus grob gemarkertem Ton wurden große Vorratsgefäße, aber auch kleine dünnwandige Gefäße hergestellt. Die Scherbe eines Siebgefäßes belegt die Weiterverarbeitung von Milch zu Käse. Ein Pfriem zeigt, daß Knochen in verschiedenster Weise zu nützlichen Geräten umgearbeitet wurden. Eine Nadel deutet auf die Eisenherstellung aus Raseneisenstein hin. Alle Funde helfen, das Gesamtbild, welches wir über die Menschen jener Zeit haben, zu vervollständigen. Trotzdem bleiben immer noch Fragen für künftige Forschungen offen. Wie groß war die Ansiedlung? Welche Struktur hatte sie? Wie waren die Häuser gebaut? Welche Handwerke wurden hier ausgeübt? Künftige Funde werden unsere Wissenslücken weiter schließen – doch nur dann, wenn eine fachgerechte Untersuchung erfolgt. Dabei kann auch eine noch so kleiner Fund von großer wissenschaftlicher Bedeutung sein, wenn er auch keinen materiellen Wert besitzt. Wer also auf archäologischer Funde stößt, soll sie umgehend der Unteren Denkmalschutzbehörde oder dem Landesmuseum in Potsdam melden (Stefan Pratsch, Kreisarchäologe Teltow Fläming, Am Nuthefließ 2, 14943 Luckenwalde, Telefon 03 37 1 / 6 08 36 07).

August 1996 letzte Ausgrabungen Ortsausgang in Richtung Rangsdorf (links Hanglage), als archäologisches Bodendenkmal im FNP bezeichnet.