Geschichte von Klein Kienitz
Geschichte um Klein Kienitz weiter unten.
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1375 Klein Kienitz wurde erstmalig schriftlich erwähnt.
Es wechselten die Herrschaftsverhältnisse. Auf Kosten der Bauern bildete
sich ein Rittergut.
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1700 Familie Köppen im Besitz des Gutes.
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1752 Familie Tauentzien im Besitz des Gutes. Es entstand
ein zweigeschossiges Gutshaus.
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1800 Klein Kienitz zählt 85 Einwohner.
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1900 Klein Kienitz zählt 145 Einwohner.
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Zum Gutsbezirk gehörten als Einwohner die Familien des
Oberschweitzers Richard Drescher, des Schmiedemeisters Hermann Schmidt,
des Schmiedemeisters und Kaufmanns Max Schmidt, des Meiers Ferdinand Schulze
und des im Gutshaus wohnenden Landwirtes Karl Wrede. Die Schäferei
mit der Familie Selig, später Schall, und die Gärtnerei Kosch
gehörten ebenfalls zum Gutsbezirk.
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1920 waren auch außerhalb des Gutes die selbstständigen
Bauernfamilien Lehmann/Woblack, Thieke/Grüneberg, Bochow und das Gasthaus
mit angeschlossener Landwirtschaft in Klein Kienitz ansässig.
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1945 Enteignung von 362 ha. Das Gutsland wurde aufgeteilt
und an Neubauern übergeben. Das Gutshaus blieb erhalten und wurde
als Wohnhaus weiter genutzt.
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Die Struktur und das Aussehen des Dorfes änderte sich
wesentlich.
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Später gab es auch hier die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft
(LPG).
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1971 Klein Kienitz zählt 176 Einwohner.
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1974 wurde Klein Kienitz ein Ortsteil von Rangsdorf.
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2000 Klein Kienitz zählt 159 Einwohner. Erneuerung
der Ortsdurchfahrt.
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2003 Klein Kienitz zählt 161 Einwohner.
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2004 Klein Kienitz wurde ein Ortsteil der Gemeinde
Rangsdorf. 1. Ortsteilbürgermeister Gerhard Schertler
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2005 Klein Kienitz zählt 159 Einwohner.
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2006 Klein Kienitz erhält einen Bürgertreff
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2009 2. Ortsteilbürgermeister Helmut Kuhn
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2011 3. Ortsteilbürgermeister Hans-Jürgen
Beyrow
Quelle und Autoren: Theo
Engeser und Konstanze Stehr ...
Die Deutung des Namens ist noch nicht sicher entschieden.
Schlimpert (1972) favorisiert eine Herleitung vom slawischen Kynjc oder
Kyjanc = Hammer, Keule oder Stock. Der Name würde demnach zu den Rodungsnamen
gehören. Andere Autoren deuten den Namen als Ort der Leute eines Chyn
(Chynici). Klein Kienitz wurde 1375 im Landbuch Kaiser Karl IV. erstmals
als "Kinitz parva" erwähnt. Es hatte 30 Hufen, von denen der Pfarrer
2 Freihufen hatte. Jede der abgabepflichtigen Hufen mußte als Pacht
8 Scheffel Roggen, 8 Scheffel Hafer bezahlen. 18 Hufen mußte zusätzlich
noch 4 Scheffel Gerste abgeben. An Zins hatte jede Hufe 2 Schillinge und
an Bede 20 Pfennige zu bezahlen. Der Krug mußte 8 Schillinge abliefern.
Die Kossäten, von denen es 7 gab, mußten jeder 7 Pfennige und
ein Huhn abliefern. Die Gerichtsbarkeit und die Wagendienste waren im Besitz
von Berchter und Wilhelm von Liepe. Diesen stand auch die Pacht von 18
Hufen zu. Claus und Bartholomäus Sunde von Mittenwalde hatten die
Pacht von 2 Hufen als Lehen vom Markgrafen. Ein gewisser Selstrank war
im Besitz der Bede von 20 Hufen, die übrigen Hufen gaben keine Bede.
Dieser Selstrank war auch im Besitz von Hebungen in Höhe von 1/2 Wispel
Roggen, die früher zur Burg Mittenwalde geleistet wurden, außerdem
standen ihm 4 Schöffel Roggen, 4 Schöffel Gerste und 8 Schöffel
Hafer zu. Die letzteren Leistungen hatte er von (Nikolaus) Falke, Ritter,
und früher Vogt in Mittenwalde erkauft. Henning Honow und Henning
Rutcher hatten die Pacht von 4 Hufen, Tyle Glaze die Pacht von 2 Hufen,
außerdem erhielt letzterer noch 15 Schöffel Hafer, 8 Schöffel
Gerste und 4 Schillinge vom Zins. Einem gewissen Dyreken stand die Pacht
von 2 Hufen zu. Der Markgraf besaß hier nichts.
1450 und 1480 war das Dorf im Lehenbesitz der v. d. Liepe.
Allerdings haben auch die v. Milow Besitz erworben. 3 Hufen waren 1480
wüst geworden. Nach dem Tode des Claus v. Milow fielen diese Anteile
an den Kurfürsten zurück, der 1484 Kurt v. Schlabrendorff damit
belehnte. Auch die Familie v. Flanß konnte Besitz in diesem Dorf
erwerben. Später muß es dann in Besitz der v. Thümen gekommen
sein, von denen es 1558 an den Berliner Bürger Mittelstraß verkauft
wurde. Aus 11 Hufen wurde dann ein Rittergut gebildet, das teilweise steuerfrei
wurde. Seit Anfang des 17. Jahrhunderts waren die v. Köppen Besitzer
des Gutes. Danach kam das Gut an die Witwe des August v. Köppen, dann
an v. Knesebeck und v. Tauentzien. 1821 hieß der Besitzer Friedrich
Diercke, 1850 besaß ein gewisser Steffeck das Dorf.
Geschichte um Klein Kienitz
Geschichten um Klein Kienitz von Stefan Rothen (Teil I, Teil
II und Teil III)
Herr Stefan Rothen (Museum Rangsdorf) arbeitet zur Zeit an
einem historischen Buch in Wort und Bild über „Persönlichkeiten
der Siedlungsgemeinschaft Rangsdorf einschließlich der Ortsteile
Groß Machnow, Klein Kienitz sowie über die Vorwerke Pramsdorf
und Theresenhof“. So lautet jedenfalls der Arbeitstitel. Gegenwärtig
sind rund 600 Personen erfasst wie Bürgermeister, Pfarrer, Gutsbesitzer,
Künstler, Vereinsgründer, Sportler, Firmeninhaber, Familientraditionen
usw. So steht in der alphabetischen Anordnung z.B. der ehemalige Weltrekortler
neben einem Pfarrer aus Groß Machnow (Röhmer) aber noch hinter
dem aktuellen Bürgermeister. Für Rothen war es wichtig lebende
Zeitzeugen zu den geschichtlichen Ereignissen zu befragen und sie mit den
Geschichten aus früherer Zeit zu verbinden. Einige zugesagte Fotografien
fehlen gegenwärtig noch in seiner Sammlung. Zur Ergänzung der
o.g. Arbeit sollte die Kontaktaufnahme über 0170 1611410 erfolgen
bzw. während der Öffnungszeiten im Museum Rangsdorf. Nachfolgender
Auszug ist der erste Teil über die Ortschaft Klein Kienitz.
Geschichten um Klein Kienitz von Stefan Rothen (Teil I)
Wer in Berlins Mitte über die Tauentzienstraße
bzw. über den Wittenbergplatz schlendert, wird nie auf die Idee kommen
dies mit dem Rangsdorfer Ortsteil Klein Kienitz zu verbinden. Oder wer
im ehemaligen Breslau über den zentralen Platz der Stadt flanierte,
musste unwilkürlich an einem Grabmahl vorbeigehen, dass entstanden
ist durch einen Entwurf des Architekten Carl Gotthard Langhans (1732 –
1808) und durch den Bildhauer Johann Gottfried Schadow (1764 – 1850) geschaffen
wurde. Doch in Klein Kienitz weist weder ein Hinweisschild noch ein Straßennamen
auf die ehemaligen Berühmtheiten des Dorfes hin. Vielleicht hilft
diese Geschichtsdarstellung dem Förderverein Klein Kienitz neue Energie
für eigene Präsentationen zu finden. Es ist richtig hier von
Berühmtheiten in der Mehrzahl zu sprechen, obwohl es sich bei flüchtiger
Betrachtung des General von Tauentzien nur um einen Namen handelt, sind
hier Vater und Sohn in die Preußische Geschichte eingegangen. Zunächst
widmen wir uns dem Vater Friedrich Bogislav von Tauentzien, der am 18.04.1710
im Örtchen Tauentzien (Lauenburg/Pommern, heute polnisch Lebork) geboren
wurde und am 21.03.1791 in Breslau verstarb. Wir befinden uns damit im
Zeitalter des Absolutismus und im Geistesleben in der Neuorientierung der
Aufklärung mit den Hauptvertretern Emanuel Kant und Gotthold Epharim
Lessing. Preußen rühmte sich einen aufgeklärten Herrscher
zu besitzen, das zweite Gesicht Preußens ist jedoch grausamer militärischer
Drill, die Truppe als Kanonenfutter und der Beamte ist eine bürokratische
Diszipliniermaschine des Königs. Der führende Stand im Staat
war der Adel, aus dem der König die Offiziere seiner Armee rekrutierte.
1752 heiratete von Tauentzien die Tochter des Oberstleutnant von dem Knesebeck,
Charlotte von dem Knesebeck vom Rittergut Klein Kienitz. Von Tauentzien
war der Erbauer des zweigeschossigen Putzbau (Gutshaus) in Klein Kienitz
nach 1752 mit abgewalmten Satteldach. Das Gebäude steht in seinem
Umriss heute noch so, wie es der General ursprünglich erbauen ließ.
Kinder aus der Ehe: 2 Söhne und 4 Töchter. Der jüngste Sohn
ist der spätere berühmte General Bogislav Friedrich Emanuel von
Tauentzien Graf von Wittenberg (Befreiungskriege um 1813). General F. B.
von Tauentzien nahm an allen Kriegen von Friedrich II. (Friedrich der Große,
Der Alte Fritz, roi philosophe) teil. Er war bei Mollwitz 1741 unter Generalfeldmarschall
Kurt Christoph Graf von Schwerin (1684 - 1757), bei der Einnahme von Prag,
bei der Schlacht am Hohenfriedberg 1745 gegen eine aus 70 000 Österreicher
und Sachsen bestehendes Herr unter der Führung Karl von Lothringen
und bei der Niederlage von Kolin 18.06.1757 (östlich von Prag,). Von
Tauentzien bewährte sich besonders 1760 bei der Verteidigung von Breslau
gegen den kaiserlichen Feldmarschall Gideon Freiherr von Laudon (1717 –
1790), wo er in Lebensgefahr geriet. Zahlreiche Lieder über „Friedrich
den Großen“ entstanden nach Schlachten an denen auch von Tauentzien
teilgenommen hatte. In dem vier strophigen Lied „Berennung von Breslau“
wird von Tauentzien zwar nicht namentlich genannt, aber seine Funktion
geehrt: „Kommandant von der Stadt, der viel Kouragi hat“.Gleichzeitig förderte
er Gotthold Epharim Lessing (1729 - 1781), in dem er ihn während des
Siebenjährigen Krieges (1756 – 1763) und darüber hinaus ab 1760
– 1765 als Sekretär in Breslau (Schlesien) beschäftigte und ihm
so eine gewisse finanzielle Sicherheit verschaffte. Die Aufgabe von Lessing
war es, die Schriftstücke des Generals u. a. an seinen König
in sprachlich angemessene Form zu bringen. Obwohl der Lebenswandel Lessing
kritikwürdig war, begann dieser in den letzten Jahren an seiner „Minna
von Barnhelm“ zu schreiben, die er 1766/67 in Berlin vollendete. Die Figur
des „Tellheims“ in dem Stück wird dem Freund Lesssings dem im Siebenjährigen
Krieg gefallenen Major und Dichter Ewald von Kleist (1715 -1759) zugeschrieben.
Genauso sind es auch die Züge des tugendhaften, disziplinierten, treuen,
ehrenhaften, preußischen Berufssoldaten General von Tauentzien, der
wesentlich zur Charakterbildung des „Tellheims“ beigetragen hat. Das bereits
oben erwähnte Breslauer Grabmahl des von Tauentzien stand bis 1945
auf dem dortigen Tauentzienplatz. Durch den neuen Verwalter Schlesiens
wurde das Monument damals dem Erdboden gleich gemacht. Bilddokumente über
das Grabmahl sind noch vorhanden. Zwei Zinnleuchter für die Kirche
von Klein Kienitz sind eine Stiftung der ab 1791 verwitweten Frau Generalin
v. Tauentzien, sowie eine Taufschale aus Zinn. Die Taufschale hat folgende
Inschrift: "Ihro Exzellenz die verwitwete Frau Generalin von Tauentzien
geborene von dem Knesebeck verehrte der Kirche zu Klein Kienitz dieses
Becken und semtlichen Kirchenschmuck zu Ihrem Andenken". Das Rittergut
von Klein Kienitz blieb bis 1821 im Besitz der Familie von Tauentzien.
Im direkten Erbgang von Köppen bzw. über den Vergleich der Allodialerben
zu denen von dem Knesebeck, gehörte das Gut Klein Kienitz sogar 240
Jahre in den familiären Besitz. Im zweiten Teil der Geschichtsbetrachtung
über Klein Kienitz werden die Befreiungskriege mit den Schauplätzen
von Großbeeren, Dennewitz, Wittenberg und der so genannte „Berliner
Generalszug“ in Verbindung mit Klein Kienitz stehen.
Geschichten um Klein Kienitz von Stefan Rothen (Teil II)
Im ersten Teil der Betrachtung über den Rangsdorfer
Ortsteil Klein Kienitz wurde der Vater des Grafen von Wittenberg vorgestellt.
Nachstehend steht das Leben des Rittergutsbesitzers von Klein Kienitz,
Bogislaw Friedrich Emanuel Graf von Wittenberg von Tauentzien im Mittelpunkt.
Geb. wurde der Graf 15(26.).09.1760 in Potsdam – gestr. 20.02.1824 Berlin.
Sohn des Generals Friedrich Bogislav von Tauentzien. Seine Mutter geb.
Charlotte von dem Knesebeck lebte schon vor der Hochzeit mit seinem Vater
auf dem Rittergut in Klein Kienitz. Ab 01.03.1774 Eleve der Militärakademie,
1775 Standartjunker im Regiment von Prinz Heinrich, 12.10.1790 Major, am
06.06.1792 in den preußischen Grafenstand erhoben, 1793 königlicher
Flügeladjutant und bis 1813 verschiedene diplomatische Missionen,
Teilnahme am Feldzug von 1793 (2. Teilung Polens), 1795 Oberst, 1801 Generalmajor,
1806 Schlacht bei Schleitz und bei der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt,
Kapitulation von Prenzlau, Kriegsgefangener nach Nancy, nach dem Tilsiter
Frieden 1807 befehligte er als Generalleutnant die brandenburgischen Brigaden
mit 4000 Taler Gehalt und 10 Rationen, 1813 Militärgouverneur zwischen
Oder und Weichsel. 1813 leitet von Tauentzien als Militärgouverneur
von Pommern die Belagerung der Stadt Stettin, die von den Franzosen besetzt
gehalten wurden. Von Tauentzien verhinderte mit seiner Landwehr des IV.
Preußischen Armeekorps von Blankenfelde kommend in den Vormittagsstunden
des 23.08.1813 den weiteren Vormarsch des rechten Flügels der französischen
Armee – IV. Korps unter Bertrand (Vorgefechte, Voraussetzung für den
Sieg in Großbeeren am 23.08.1813). Damit war er mal wieder in Klein
Kienitz, dass er so oft nicht sehen konnte, da er nur auf den Schlachtfeldern
Europas unterwegs war. Seine Ortskenntnisse halfen ihm besonders, um neben
dem Rangsdorfer See auf der Höhe von Blankenfelde nach Jühnsdorf
eine optimale Stellung zu beziehen. Am 06.09.1813 war die Schlacht von
Dennewitz (Jüterbog) in der er unter dem Befehl von Blücher eigene
Angriffe befehligte. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig zwang er
am 26.12.1813 Torgau zur Kapitulation, offiziell soll er auch Wittenberg
im Sturm erobert haben. In Wahrheit war es Generalleutnant Dobschütz
der in Folge dessen zum Gouverneur von Dresden ernannt wurde. Die Meinung
von Historikern geht hier etwas auseinander. Von Tauentzien erhielt dennoch
das Ehrenprädikat „von Wittenberg“ von seinem König, später
kommandierte er unter dem schwedischen Bernadotte das 4. Armeekorps, Magdeburg
fiel nach enger Einschließung am 24.05.1814. Nach der Heeresreform
in Preußen sind 1813 nur noch 2 Generäle (Leberecht von Blücher
und Bogislav Friedrich Emanuel Graf von Tauentzien) von ehemals 143 im
Amt. Ab 7.8.1814 erhielt von Tauentzien Besitz in Schönfeld (Züllichau-Schwiebus)
der nach seinem Tode 1827 versteigert wurde. Verheiratet mit Elisabeth
Marschall gestr. 1785 und erneuter Hochzeit am 27.09.1787 mit der Hofdame
der Königin, Luise Friedericke von Amstedt (Maxdorf) geb. 01.04.1760
– gestr. 25.03.1840, 4 Kinder - 3 Töchter, darunter Henriette Elisabeth
verheiratet mit General Gustav Graf von Hake. Der General Bogislaw Friedrich
Emanuel Graf von Wittenberg von Tauentzien starb als Kommandant von Berlin
und wurde auf dem Invalidenfriedhof an der Scharnhorststraße von
Berlin beigesetzt. Mit dem einzigen Sohn General Friedrich Heinrich Bogislav
(geb. 07.04.1789) erlosch dieser gräfliche Zweig des Geschlechts von
Tauentzien. Die Stadt Berlin verfügt über einen so genannten
„Generalzug“. Straßennamen und Plätze ehren so einige Generäle
der Preußischen Könige u.a. Tauentzienstraße, Wittenbergplatz,
Winterfeldstraße, Yorckstraße, Bülowstraße, Blücherstraße,
Scharnhorststraße. In Dennewitz südwestlich von Jüterbog
steht ein Tauentzien-Denkmal seit 1897 mit der Inschrift: „Ich werde eher
mit meinem Korps auf dem Platze liegen bleiben, ehe ich einen Schritt weiche“,
das Denkmal wurde 1988 umgesetzt und steht jetzt zwischen Museum und Kirche.
Solche Geschichtsbetrachtungen sind Auszüge aus den
Arbeiten von Stefan Rothen über Persönlichkeiten in der Siedlungsgemeinschaft
Rangsdorf in Wort und Bild. Wer mehr Informationen sucht bzw. wer Ergänzungen
von Persönlichkeiten zum Buch zufügen möchte, sollte Kontakt
aufnehmen über 0170 1611410 oder zu den Öffnungszeiten im Museum
Rangsdorf.
Geschichten um Klein Kienitz von Stefan Rothen (Teil III)
(abschließende Betrachtung)
Einwohner Klein Kienitz
1375 30 Hufen,7 Kossäten (ca. 120 – 150 Einwohner)
1652 4 Hufen, 5 Kossäten (ca. 40 - 60 Einwohner)
1800 85 Einwohner
1860 148 Einwohner
1900 116 Einwohner
1910 161 Einwohner
1933 176 Einwohner
1939 181 Einwohner
1971 176 Einwohner
2003 158 Einwohner
2008 158 Einwohner
Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648)
überlebten 3 Hüfner und ein 1 Kossät. Da damals allgemein
nur die männlichen, arbeitsfähigen Personen gezählt wurden,
können nach persönlicher Schätzung etwa 10 – 15 Menschen
den Krieg in Klein Kienitz überlebt haben. Nur allmählich und
langsam begann eine erneute Besiedlung und Nutzung der wüstliegend
oder freigelassenen Höfe. Mit dieser Situation waren alle umliegenden
Dörfer und Städte in Auswirkung des Krieges betroffen. Ausgebrannt
und ausgeplündert, Hunger und Krankheiten - so lag das Territorium
des Teltow am Kriegsende. In Klein Kienitz und in Groß Machnow gab
es fast keine Leute und keine Anspannungen, so dass das Amt Zossen um Verbindung
mit Berlin zu behalten, „daselbst Brücken und Dämme bauen musste“.
Obwohl in der Tabelle die Einwohner weitergezählt worden sind, endete
die Selbständigkeit der Gemeinde Klein Kienitz während der Amtstätigkeit
des Rangsdorfer Bürgermeisters Johannes Gehlsorf (Oktober 1965 – Juni
1982) am 01.04.1974 durch Eingemeindung nach Rangsdorf.
Stefan Rothen – Museum Rangsdorf
Quelle: Stefan Rothen – Museum Rangsdorf
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